Aus gutem Holz
Wahrscheinlich waren es Höhlenkinder, die mit Tannenzapfen und Holzstücken Szenen des Steinzeitalltags nachgestellt haben und somit die “Erfinder” des unverwüstlichen Spielzeugs waren. Schien es im vergangenen Jahrhundert, als könne Plastik dem Werkstoff Holz den Rang ablaufen, so zeigt sich heute ganz deutlich der Gegentrend: vom Beißring bis zur Eisenbahn, von der Puppenküche bis zum Piratenschiff – Holz bietet für jede Altersgruppe das passende Spielzeug.
Ein Klassiker seit Jahrhunderten sind wohl Bauklötze: zwei Würfel, aufeinander gestellt, die nicht sofort wieder umkippen – was für ein Erfolgserlebnis für das Kleinkind. Mit den Jahren werden die Bauwerke höher, die Konstruktionen immer komplizierter. Es gibt wohl keinen berühmten Architekten, der nicht solcherart „klein” angefangen hätte. Spezielle Buchenholzwürfel mit eingefrästen Rinnen und Tunnels bieten hingegen ein reiches Betätigungsfeld für den angehenden Tiefbau-Ingenieur.
Keineswegs sollte man in Geschlechtsstereotype verfallen: wie wohl Mädchen ihre Kreativität bei technischen Konstruktionen ausleben, verfallen auch Buben dem Zauber von Puppenhäusern und Puppenmöbeln. Dabei zeigt sich, dass Holzspielzeug wesentlich robuster ist, als alles was die Kunststoffindustrie zuwege bringt. Wunderschöne hölzerne Puppenwägen, die immerhin drei Generationen von Puppeneltern „überleben” sind keine Seltenheit.
Sagen Sie niemals Spielzeug zu ihnen! Montessori Materialien kommen dort zum Einsatz, wo es darum geht, komplizierte Inhalte „be-greifbar” zu machen. Besonders großer Wert wird auf ästhetische Formen gelegt, die den Kindern einen wertschätzenden Umgang mit dem Material vermitteln sollen. Ganz klar, dass daher der trinomische Kubus, die numerischen Stangen und die Einsatzzylinder aus keinem anderen Werkstoff als Holz sein können. Dass auch der Spaß nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst!