Blockhausgeschichte

Geschichte des Blockhausbaues
 
Die Blockbauweise hat sich dort entwickelt, wo die natürlichen Bedingungen hierfür vorhanden waren, nämlich in den nördlichen Nadelwaldzonen Europas sowie den in der Mitte Europas gelegenen Gebirgsregionen. Die ersten Blockhäuser mit Eckverbindungen stammen aus der Eisen- und Bronzezeit. In der Schweiz wurden noch ältere waagerecht angeordnete Blockbalkenkonstruktionen aus der jüngeren Steinzeit gefunden. 

Das älteste noch stehende Blockhaus in Finnland ist vermutlich die Kapelle des Heiligen Henrik in Kokemäki, die um 1400 errichtet wurde. In der Neuen Welt wurde die Kunst des Blockhausbaues hauptsächlich durch skandinavische und osteuropäische Einwanderer eingeführt.

 
Traditionelle Bauweise
 
Waren die ersten Blockhäuser noch mehr oder weniger die Umgrenzung einer Feuerstelle,  welche sich in einem grösseren Erdloch mit umlaufender Sitzgelegenheit befand, entwickelten sich nach und nach parallel mit der Weiterentwicklung der Feuerstelle vom offenen Kamin zum Ofen bzw. Herd auch diese Gebäude zu vollwertigen Blockhäusern. 
Traditionell wurden Blockhäuser in der Vergangenheit ausschliesslich von Hand gefertigt.

Als geeignete Hölzer hierzu boten sich Nadelhölzer, einmal wegen ihres geraden Wuchses und zum anderen wegen der Länge ihrer Stämme besonders an.  In den nördlichen Teilen Europas wurde hier sehr gerne das Holz der Kiefer verwendet, welche ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen kann. Eine solch alte Kiefer liefert ein Kernholz,  das in der Härte zuweilen der Eiche, zumindest aber der Lärche gleichkommt. 

Die Stämme wurden je nach geographischen Gepflogenheiten entweder als Rundstamm zum Naturstammhaus oder “handgebeilt” zu ersten Blockbohlen verarbeitet.  Bereits damals wurde erkannt, dass der Eckverbindung (Eckverkämmung wesentliche Bedeutung in Bezug auf Dichtigkeit und Standsicherheit zukommt, und so wurden immer raffinierter  gestaltete Ecklösungen wie Schwalbenschwanzverbindungen, Verblattungen, Verschränkung etc. im Laufe der Zeit weiter verbessert, wodurch es auch möglich war, auch sehr grosse repräsentative Gebäude, wie zum Beispiel Kirchen, zu errichten.

Eine der Grundvoraussetzungen dafür, dass viele alte Blockbauten die Jahrhunderte bis heute überdauert haben, ist die konsequente Anwendung von Massnahmen zum konstruktiven Holzschutz. Hier sind hauptsächlich Dinge wie die erhöhte Lage des Schwellenkranzes (oberhalb des Erdreiches), überkragende Geschosse, Laubengänge und letztendlich genügend grosse Dachüberstände gemeint. Allein diese Massnahmen reichten aus, um ohne chemischen Holzschutz, der damals in der heutigen Form noch nicht bekannt war, Gebäude zu schaffen, die Generationen überdauerten. Diese Detaillösungen sind noch heute die Grundlage einer guten Blockhausplanung.


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