Das Buch der Offenbarung
Die Offenbarung des Apostel Johannes ist sicherlich das geheimnisvollste Buch des Neuen Testamentes. Da es zudem das letzte Buch ist, bildet es den Abschluss der gesamten Bibel.
Doch es gibt einen weiteren Superlativ dieses Buches: Es ist auch als das schwierigste Buch für die Auslegung bekannt, was sicher daran liegt, dass der Inhalt vielfach apokalyptische Zukunftsgeschehnisse sind. Und was in der Zukunft liegt, ist eben in der Gegenwart schwer analysierbar.
Der Verfasser ist der Apostel Johannes, der auch schon die drei Johannesbriefe schrieb. Johannes schreibt von der Insel Patmos aus, auf die er verbannt wurde. Hier ereilte den Apostel eine Vision und Gott zeigte ihm die zukünftigen Geschehnisse. Aber in den ersten drei Kapiteln geht es auch um Vergangenes und Gegenwärtiges.
Die Offenbarung entfaltet die großen Ereignisse, durch die die Geschichte zur Vollendung geführt wird. Die Offenbarung ist also wenn man so will Endzeitliteratur. Das Wort „Offenbarung“ kommt vom lateinischen Wort „revelatio“ , das bedeutet, ebenso wie das griechische Wort apokalypsis „Entfaltung von dem, was zuvor noch verborgen war“.
In der Entfaltung dieses zentralen Themas wird Jesus Christus in Herrlichkeit geoffenbart, im Gegensatz zu den vier Evangelien, in denen er in Niedrigkeit erscheint. In der Offenbarung wird Christus gezeigt als der, der war und als der, der kommt. Er steht in Beziehung zu der Gemeinde, zu der Zeit der Trübsal, dem Tausendjährigen Reich und dem Zustand der Ewigkeit.
Im Buch der Offenbarung geht es letztendlich um das Ende dieser Welt und um das Erscheinen des „neuen Jerusalem“, welches die Zeit der Ewigkeit der Gläubigen bei Gott einläutet. Zuvor würden, gemäß dieses Buches, der Teufel und seine Diener auf ewig in den Feuersee geworfen und das Böse endgültig besiegt.
Die Vereinigung mit Christus, dem Lamm, wird mit einer Hochzeit verglichen. Dies ist ein Bild für die sehr enge Beziehung Gottes zu seinen gläubigen Kindern.
Für die Auslegung so schwierig ist z.B. die Tatsache, dass in diesem Buch sehr viele Symbole und Bilder verwendet werden, die teilweise schwer zu deuten sind. So ist z.B. von Posaunensignalen die Rede, von 24 Ältesten, von Siegeln, die gebrochen werden, von einem Überrest von 144.000, von sieben Schalen und anderem.
Dennoch ist das Buch deswegen nicht unlogisch oder verwirrend. Es beschreibt eben Geschehnisse, die größtenteils noch in der Zukunft liegen. Erst die Zeit wird offenbaren, was genau damit gemeint ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass diese Geschehnisse eines Tages tatsächlich eintreten werden, in welcher genauen Form auch immer. Denn die Bibel ist insgesamt ein sehr zuverlässiges Buch, das vielfach überprüft wurde. Bislang sind alle Prophezeiungen aus dem Alten Testament auch eingetreten. Warum sollte dies also im Fall der Offenbarung nicht so sein?
Es ist durchaus lohnenswert, sich dieses Buch einmal vorzunehmen. Es enthält auch viel Ermutigung für die Gläubigen und möglicherweise Anreize für Ungläubige, doch noch zum Glauben zu kommen. Wer einmal die ganze Bibel liest, bemerkt, dass auch in anderen biblischen Büchern Geschehnisse beschrieben sind, die dann in der Offenbarung auch auftreten. Insofern ist dieses Buch nicht als losgelöst von allen anderen zu betrachten, sondern vielmehr als eine abschließende Ergänzung.
