Der Goldpreis als Thermometer der internationalen Finanzmärkte
So lange gibt es Papiergeld noch gar nicht. Während das Gold schon seit über drei Jahrtausenden ein anerkanntes Zahlungsmittel ist, gibt es erst seit vierhundert Jahren Papiergeld in verschiedensten Formen. Papiergeld wurde stets zunächst in Gold gemessen, es gab stets einen Goldpreis. Und für einige Jahre oder Jahrzehnte blieb dieser Goldpreis konstant und galt als Pfand für die Währung. Für jeden Geldschein, egal in welcher Währung, konnte man bei dem Emittent (Austeller) des Geldscheins einen durch den Goldpreis festgelegten Goldanteil erhalten. Der Emittent verpflichtete sich, nicht mehr Papiergeld auszustellen, als er an Gegenwert in Gold in seinen Schatztruhen hatte.
Doch wenn es galt, beispielsweise einen Krieg zu finanzieren, dann wurden das über Jahrzehnte mühsam aufgebaute Vertrauen der Bevölkerung schnell einmal mißbraucht: Es wurde mehr Papiergeld gedruckt, als durch die Goldreserven gerechtfertigt war.
Die Folge war stets ein ansteigender Goldpreis, denn das ausgestellte Papiergeld wurde auf die vorhandenen Goldreserven aufgeteilt. Da mehr Papiergeld vorhanden war mußte man einen höheren Goldpreis zahlen, als ursprünglich vom Emittenten versprochen wurde.
Diese Entwicklung endete stets in einer Abwertung der Währung, einer Währungsreform oder manchmal auch in einer Revolution. Bis in die jüngste Geschichte hinein reichen die Geschichten der Währungsreformen. Als die USA in den 1930er Jahren mehr Dollarnoten druckten, als sie an Goldreserven besaßen, stieg der Goldpreis von 20 auf 35 US-Dollar. 1944 wurde wieder eine Goldbindung eingeführt, es wurde eine Unze Gold für jede 35 US-Dollar garantiert. Durch diese Garantie wurde der US-Dollar zum Rückgrat des Weltwährungssystems. Doch 1971 hob Präsident Nixon diese Goldpreisbindung auf. Die Folge war ein Goldpreisanstieg auf über 800 US-Dollar je Unze in den 1970ern.
Doch bis zu diesem Zeitpunkt war das Weltwährungssystem viel zu abhängig vom US-Dollar, so daß sämtliche Notenbanken eine Katastrophe durch eine konzertierte Aktion verhinderten. Der Goldpreis fiel zurück und erst in der jüngsten Zeit hegen Anleger wieder Befürchtungen, daß hinter all dem Papiergeldreichtum keine Goldwerte verfügbar sind. Der Goldpreis steigt wieder.
Ausufernde Staatsdefizite, Kriege, eitle Politiker und internationale Verstrickungen werden in den kommenden Jahren weitere Goldpreisanstiege herbeiführen. Wer sich gegen den Wertverfall der eigenen Währung, insbesondere des Euro und des US-Dollar, schützen möchte, sollte einen guten Teil seines Vermögens in Goldbarren und Goldmünzen anlegen.