Der Grundofen aus Lehm
Grundöfen werden seit dem 14. Jahrhundert im südlichen Mittel- und Mittelosteuropa zur Wärmeerzeugung eingesetzt, sie sind die älteste Art der Heizung. Vor Ort handwerklich von Grund auf aus keramischen Material erstellt, bestehen diese Anlagen aus einem Feuerraum und nachgeschalteten keramischen Heizgaszügen. Es gibt drei Bauweisen eines Grundofen, die nach ihrer Speichermasse unterschieden werden: leichte, mittlere und schwere. Bei letzterer Variante liegt das Gewicht des Grundofens bei über 1 t.
In diesem Zeitbrandofen wird der Brennstoff in einer bestimmten Zeit abgebrannt und die im Abbrand entstehende Wärme aus dem Feuerraum und den Heizgaszügen durch den gesamten Ofenraum geleitet und dabei im Schamottestein gespeichert. Der Grundofen gibt die Wärme dann nach und nach über seine Oberfläche ab. Die Nachheizzeit nach dem Auflegen des Brennstoffes liegt je nach Bauweise bei acht, 12 oder 24 Stunden. Als Dauerheizung kann der Grundofen an der Wand oder frei im Raum stehen. Sollen mehrere Räume beheizt werden, wird er durch die Wand gebaut.
Ein Grundofen ist meist mit Kacheln verkleidet oder mit Putz aus Lehm versehen. Im Bereich Lehmbau ist der Grundofen ein besonders gefragtes Heizsystem, da er ein sehr angenehmes Raumklima schafft. Ein typischer Grundofen wird für die Verbrennung von Holz gebaut, dabei ist für 1 m² Ofenoberfläche eine Heizgaszuglänge von 1 m vorzusehen. Bei einem Wirkungsgrad von über 80% hat ein Grundofen eine Wärmeleistung von 0,5 KW/h.
Ein Grundofen gibt wie die Sonne einen Großteil seiner Wärme als Strahlungswärme an seine Umgebung ab. Die Strahlungswärme, deren Wirkung sich auch die Wangheizsysteme zunutze machen, hat den Vorteil, dass sie nicht die umgebende Luft, sondern beim Auftreffen der Strahlung auf feste Körper diese erwärmt, was besonders für Allergiker/-innen von enormen Vorteil ist.
