Die Eisheiligen – von Gärtnern zu Recht gefürchtet?
Wenn um Mitte Mai die Natur ergrünt und erblüht ist, kommt es gelegentlich noch einmal zu einem Kälteeinbruch. Dieser Wechsel von zuvor warmem Wetter zu kalter Witterung, häufig in Verbindung mit Nachtfrösten, ist unter der Bezeichnung „Eisheilige” bekannt. Die Eisheiligen waren von jeher von Gärtnern sehr gefürchtet, weil sie vor allem der Obstblüte Schaden zufügen konnten. Viele Gartenbesitzer warten daher sogar heute noch die Eisheiligen ab, bevor sie frostempfindliche Pflanzen ins Erdreich bringen. Kaltluftvorstöße im Frühjahr können aber auch später einsetzen oder auch gar nicht im Mai auftreten, sondern schon im Monat April. Kälterückfälle im Mai lassen sich nämlich nicht anhand von Kalenderdaten festmachen.
Der zwölfte, dreizehnte und vierzehnte Mai wurden nach den Namenstagen der Heiligen Pankratius, Servatius und Bonifacius benannt und als Eisheilige bezeichnet. Regional kommen noch der elfte Mai – Mamertus – und der fünfzehnte Mai – die kalte Sophie – hinzu. Der Glaube an die Eisheiligen beruht auf jahrhundertealten Beobachtungen von Bauern und deren daraus begründeten Bauernregeln.
In der Praxis lassen sich die Eisheiligen jedoch nicht meteorologisch bestätigen. Fakt ist allerdings, dass Frost umso schädlicher ist, je später er im Gartenjahr auftritt. Und es muss im Mai, allerdings nicht unbedingt vom zwölften bis zum vierzehnten des Monats, immer mit einem Frosteinbruch gerechnet werden. Deshalb kann es durchaus ratsam sein, bis zum Ende des Wonnemonats zu warten, bevor empfindliche Blumen gepflanzt werden.