Fleisch fressende Pflanzen: faszinierende Gewächse mit speziellen Ernährungsgewohnheiten
Unter den Pflanzen nehmen die Fleisch fressenden Pflanzen bzw. Karnivoren einen besonderen Platz ein, denn sie sind in der Lage kleinere Tiere, hauptsächlich Insekten, zu fangen und zu verdauen. Dazu stehen ihnen spezielle Organe zur Verfügung.
Weit verbreitet sind beispielsweise Klebefallen. Eine klebrige Flüssigkeit tritt aus den Blattdrüsen oder aus den Tentakelspitzen der Pflanzen aus. Durch den Geruch der Flüssigkeit angelockte Insekten bleiben an der Substanz kleben und werden anschließend verdaut. Beispiele für Pflanzen mit dieser Fangmethode sind unter anderem Sonnentau oder Fettkräuter. Dann gibt es noch die Klappfallen. Nicht viele Karnivoren bilden diese Fangmethode aus, bei der zwei Blatthälften sich schließen, sobald Fühlhaare auf der Innenseite der Blätter signalisieren, dass ein Insekt in diesen Bereich gelangt ist. Das gefangene Insekt wird durch Sekrete verdaut. Nach Ablauf mehrerer Tage öffnet die Pflanze ihre Klappen wieder und gibt die unverdauten Überreste des Insekts frei. Klappfallen besitzen lediglich die bekannte Venusfliegenfalle und die Wasserfalle. Außer diesen Fangprinzipien gibt es noch Saug-, Fallgruben- und Reusenfallen.
Fleisch fressende Pflanzen sind widerstandsfähig und können auch dort existieren, wo für andere Pflanzen ungünstige Bodenverhältnisse vorherrschen, zum Beispiel in nährstoffarmen Gebieten wie Mooren, Sand- oder Felsenregionen. Denn sie decken einen Großteil ihres Nährstoffbedarfs nicht über die Wurzeln, sondern über ihren Fangmechanismus. Aber die Pflanzen brauchen viel Licht für die Photosynthese. Wer zu Hause Fleisch fressende Pflanzen kultivieren möchte, sollte ihnen einen vollsonnigen Standort bieten. Karnivoren, die in Mooren oder Sümpfen beheimatet sind, benötigen darüber hinaus auch viel Wasser. Sonnentauarten dürfen nur mit kalkfreiem Wasser gegossen werden.