Gedanken zur Lage der Nation in Blogs
Früher waren es vor allem die kleinen Mädchen, die dem Klischee entsprechend im Tagebuch alle wichtigen Ereignisse des Lebens festhielten. Heute heißen Tagebücher Blogs oder in der Einzahl: Blog. Mit Einträgen ins gute alte Tagebuch hat das Bloggen heute kaum noch etwas gemeinsam. Zwar schreiben Blogger, wie sich die Autoren nennen, die ihre Gedanken im Blog im Internet freien Lauf lassen, durchaus auch über Persönliches. Doch vor allem bieten die Blogs die Gelegenheit, sich zu allen denkbaren und ebenso undenkbaren Situationen des Lebens, aber eben auch zu politischen Ereignissen, Fauxpas vermeintlicher Prominenter und anderen Dingen zu äußern.
Dabei ist das Blog in wachsendem Maße auch meinungsbildend bei ihren Lesern. Auch sind die Autoren der angesagten Blogs längst so etwas wie eine eingeschworene Gemeinschaft, die durchaus einen journalistischen Anspruch hat bei ihren Beiträgen. Vernetzt sind die Blogs miteinander über die so genannte Blogroll. Hier erfahren die Leser, welcher Blog vom Betreiber selbst mit großen Interesse aufgesucht wird. Den hohen Stellenwert des Mediums Blog als Informationsquelle für User im Web hat auch die Werbeindustrie erkannt. Immer öfter werden Blogger etwa als Tester für neue Produkte gewonnen, weil im positiven Falle die Verbreitung werbewirksamer Meldungen sowohl preiswerter als auch effektiver über die Community der Besucher in Blogs ablaufen kann.