Gefahren bei Schiffsfonds

Schiffsbeteiligungen sind seit Jahren beliebt bei den Anlegern. Trotz Abschaffung von Steuersparmöglichkeiten in Form steuerlicher Verlustzuweisungen wurden alleine 2006 Schiffsbeteiligungen für rund 2,5 Milliarden Euro am deutschen Markt platziert. Dabei werden die Anleger vor allem mit der niedrigen Tonnagesteuer gelockt und den Anlegern hohe Renditen versprochen. In vielen Verkaufsprospekten werden Zielrenditen von etwa 8 Prozent in den ersten Jahren angegeben, die im Laufe der Beteiligung auf bis zu 20 Prozent steigen sollen. Für den Anleger klingt dies auch zunächst ganz logisch, boomt doch die internationale Seeschifffahrt und der Güterverkehr ohne Ende.

Ein immer höheres Warenaufkommen erfordert immer mehr Schiffe, die diese Waren über die Weltmeere transportieren. Doch oftmals machen Anleger und Initiatoren von Schiffsfonds gleichermaßen die Rechnung ohne den Wirt. Die Rede ist hier von den Lohnkosten und den Kosten für Schmierstoffe. Beide Kostenblöcke werden von den Initiatoren einer Schiffsbeteiligung im Vorfeld geschätzt und diese Daten im Verkaufsprospekt veröffentlicht. Solange sich diese Kosten wie prognostiziert entwickeln, ist alles im grünen Bereich. Steigen Lohnkosten und Kosten für Schmiermittel aber überplanmäßig an, so schlägt sich das direkt in den Ergebnissen der Schiffsfonds nieder. Schmiermittel und Lohn, das klingt im Verhältnis zu den Kosten eines Schiffes erstmal nicht sonderlich viel. Weiß man aber, dass diese beiden Faktoren bis zu 55 Prozent der Betriebskosten eines Schiffes ausmachen, bekommt das Thema schon eine ganz andere Dimension.

Betrachtet man jetzt die Preissteigerungen bei Schmierstoffen, die 2005 bei rund 40 Prozent und 2006 bei etwa 50 Prozent lagen, sowie die Steigerung der Lohnkosten, die pro Jahr bei ebenfalls hohen 10 Prozent lag, so kann man erahnen, dass viele Initiatoren von Schiffsbeteiligungen auf solche Kostenexplosionen schlichtweg nicht vorbereitet waren. Somit kommt der Einschätzung der Kostenentwicklung durch den Initiator einer Schiffsbeteiligung in Zeiten wie diesen eine besonders hohe Bedeutung zu. Wer hier als Anleger auf einen Fonds mit sauberer Kostenkalkulation setzt, kann nach wie vor attraktive und steuerlich günstige Renditen erwirtschaften. Wer allerdings ohne vorherige Prüfung zu einem Fonds greift, der ihm empfohlen wird, dem kann es unter Umständen passieren, dass die versprochenen Renditen bei weitem nicht erreicht werden.


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