In die private Krankenversicherung wechseln

Wenn man zu den besser verdienenden Menschen gehört, dann ist das oft nicht nur für das Finanzamt ein Grund zur Freude, sondern auch für die Krankenkasse. Denn mit dem Gehalt erhöhen sich auch die Beiträge. Viele überlegen dann, ob sie nicht in eine private Krankenversicherung wechseln sollen. Doch das will gut überlegt sein, denn nicht für jeden ist die private Krankenversicherung von Vorteil.

Der Wechsel in eine private Krankenversicherung ist vor allem für Singles, kinderlose Doppelverdiener-Paare, und Familien mit nur einem Kind lohnenswert. Für Frauen ab einem Alter von etwa 38 Jahren, Männer ab einem Alter von etwa 45 Jahren und Familien mit zwei Kindern und nur einem Verdiener ist der Wechsel allerdings nicht ratsam. Für junge Frauen ist die private Krankenversicherung auch nicht immer optimal, denn sollten sie eine Familiengründung planen, dann können sie, wenn der Nachwuchs da ist, über ihren gesetzlich versicherten Mann mitversichert werden.
 
Der sicherlich größte Vorteil einer privaten Krankenversicherung ist deren Anpassungsfähigkeit an die individuellen und persönlichen Bedürfnisse der zu versichernden Person.

Zu den Optionen gehören beispielsweise:

  • Freie Arztwahl zwischen niedergelassenen Ärzten
  • freie Krankenhauswahl inklusive Chefarztbehandlung und Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmern
  • volle Erstattung von Medikamenten und Heilmitteln sowie die Erstattung von Heilpraktikerleistungen oder beispielsweise Massagen
  • Erstattung der Behandlung durch einen Heilpraktiker
  • partielle Erstattung von Naturheilverfahren und alternative Heilmethoden
  • höhere Erstattung für Sehhilfen wie Brillen und Kontaktlinsen als in der gesetzlichen Krankenkasse
  • eine bessere Versorgung bei Zahnersatz-Maßnahmen ohne Beschränkung auf einfache Materialien
  • Versicherungsschutz auch außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, keine Begrenzung auf den bei den gesetzlichen Krankenkassen vorgegebenen Leistungskatalog.

Man kann wählen, welche Leistungen versichert werden sollen und welche nicht – letztere müssen dann natürlich auch nicht bezahlt werden. Vorher muss allerdings genau geprüft werden, welche Leistungen unbedingt inhaltlich erfasst werden müssen.

Die private Krankenversicherung hat demnach einige Vorteile – aber auch auf die nicht zu unterschätzenden Nachteile sollte man achten. Einer dieser Nachteile ist, dass es beinahe unmöglich ist, in die gesetzliche Krankenversicherung zurück zu wechseln. Das ist beispielsweise nur dann möglich, wenn der Versicherte arbeitslos wird oder sein Einkommen unterhalb der Bemessungsgrenze liegt.


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