Liquidität in der Existenzgründung
Für die Planung einer Existenzgründung und auch in der weiteren Entwicklung des Unternehmens spielt die Liqudität des Unternehmens eine grosse Rolle. Sie ist ein massgebender Faktor, der darüber entscheidet, ob ein Unternehmen fortgeführt werden kann oder ob der Geschäftsbetrieb eingestellt werden muss. Wer eine Existenzgründung plant, muss sich darauf einstellen, dass die Liquditätsplanung, die im Rahmen der Finanzplanung im Businessplan erstellt wird, für die Unterstützung des Vorhabens mit Fördermitteln sehr wichtig ist. Allzu häufig wird der Begriff allerdings nicht wirklich verstanden.
Allgemein ist die Liquidität des Unternehmens die Fähigkeit, den Verbindlichkeiten des Unternehmens nachzukommen. Mit anderen Worten: Sie brauchen genügend finanzielle Mittel, um alle Rechnungen und andere Verpflichtungen, die aus Verträgen entstehen, fristgerecht zu bezahlen. Der Begriff „fristgerecht“ spielt hier eine grosse Rolle. Wer zwar damit rechnen kann, in einigen Monaten grosse Beträge einzunehmen, die dann die Liquditität des Unternehmens erhöhen aber in den Monaten bis dahin den Verpflichtungen des Unternehmens nicht nachkommen kann, der ist nicht liquide.
Das deutsche Wort für "Liquidität" heisst dementsprechend "flüssige Mittel". Aus diesem Begriff heraus lässt sich leicht erklären, dass es darum geht, wie „flüssig“ das Unternehmen ist. Die Liquidierbarkeit, also die schnelle Umsetzung in verfügbare Zahlungsmittel, ist das Ausschlag gebende Kriterium für die Bewertung der Liquidität. Zu den liquiden Mitteln zählen aus diesem Grunde alle Posten, die schnell in verfügbare Zahlungsmittel umgesetzt werden können. Zu diesen schnell verfügbaren Zahlungsmitteln gehören eindeutig Guthaben auf Bankkonten und Kassenbestände, da diese sofort zum Begleichen von Verpflichtungen verfügbar sind.
Zum Kassenbestand sind alle baren Kassenbeträge hinzuzurechnen – auch solche, die in Fremdwährung vorliegen. Beträge in Fremdwährung sind zu dem Kurs, der am Tag des Abschlusses eines Geschäftsjahres als Marktwert bei den Banken notiert wird, zu bewerten.
Zur Planung der Liqudität im Businessplan stellen Sie Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Nehmen Sie diese Rechnung monatlich vor und beziehen Sie wirklich ausnahmslos alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Beziehen Sie dabei auch ein, dass Sie Zahlungen für die Umsatzsteuer oder andere Steuern leisten müssen. Auch Beträge zur Tilgung eines Darlehens oder zur Zahlung von Zinsen müssen berücksichtigt werden.
Der Saldo oder die Differrenz aus Einnahmen und Ausgaben stellt die Liquidität des Unternehmens dar. Um dem über einen mehrmonatigen Zeitraum gerecht zu werden, müssen Sie die so genannten kumulierte Liqudität berechnen. „Kumuliert“ bedeutet, dass der Saldo aus Einnahmen und Ausgaben der einzelnen Monate über mehrere Monate aufgerechnet werden muss. Haben Sie also im Monat Januar eine Liquidität von EUR 1000 berechnet und im Monat Februar rechnen Sie mit einem Minus von EUR 300, so ergibt sich für den Monat Februar eine kumulierte Liqudität von EUR 700. Wenn Sie dann feststellen, dass sich Lücken in der Liquidität ergeben, müssen Sie daran arbeiten, diese Lücken aufzufüllen. Bleibt die Liqudität stets im positiven Bereich, müssen Sie sich um Ihre Existenzgründung oder Ihr Unternemen keine Sorgen machen.