Mit Darmkrebs-Test und Früherkennung zur Heilung
Fast 57.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Darmkrebs. Medizinisch korrekt ist die Unterteilung in Mastdarmkrebs und Dickdarmkrebs – der Dünndarmkrebs kommt praktisch sehr selten vor. Obwohl Deutschland ein fortschrittliches Land ist, dass sich bester medizinischer Versorgung rühmt, sterben ca. 50% dieser Menschen. Und das, obwohl die Heilungschancen bei frühzeitiger Diagnose so hoch wie bei keiner anderen Krebserkrankung sind.
Ärzte und Wissenschaftler forschen deshalb schon lange an einem möglichst sicheren, d.h. eindeutigen Test, der einfach und sicher anzuwenden ist. Denn nur so können weite Teile der Bevölkerung einer Darmkrebs-Früherkennung zugeführt werden. Sollte ein breitgestreutes Screening ermöglicht werden, hoffen die Fachleute auf eine drastische Senkung der darmkrebsbedingten Sterberate. Denn ab dem 60. Lebensjahr ist statistisch betrachtet jeder 3. erkrankt. Lange Zeit war die Situation der Früherkennungstest derart gestaltet, dass Patienten, die sich einer Darmkrebs-Vorsorge unterziehen wollten, entweder die Unannehmlichkeiten einer Spiegelung über sich ergehen lassen mussten oder aber ihren Stuhl auf verstecktes Blut untersuchen ließen. Das erstere gilt bis heute immer noch als die sicherste Methode zur Früherkennung eines Darmkrebses.
Die zweite Methode ist zwar für den Patienten die einfachere, aber auch in Bezug auf die Auswertungen sehr viel unsicherer. Diese Lücke zu schließen war ein Anliegen Giessener Wissenschaftler. Sie suchten nach einer Testmethode, die einerseits einen hohen Grad an Sicherheit verhieß, andererseits aber den Patienten möglichst wenig belastete – mit Erfolg. Inzwischen gibt es einen Darmkrebstest, der den Stuhl nach tumorspezifischen Enzymen durchsucht und eine klarere Aussage über die Erkrankung erlaubt als in anderen vergleichbaren Tests. Falls die Krankenkassen sich bereit erklären, die Kosten für diesen Test zu übernehmen, ist davon auszugehen, dass mehr Menschen als bisher das Angebot einer Darmkrebsvorsorgeuntersuchung wahrnehmen und so rechtzeitig therapiert werden können.
