Muttertag in Vergangenheit und Gegenwart

Der Muttertag zu Ehren von Mutter und Mutterschaft ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits in der Antike im alten Griechenland feierte man Frühlingsfeste, die vom Brauch des Mutterkults abgeleitet waren. Verehrt wurde die Göttin Rhea als Urmutter, von der alle Gottheiten abstammten. Der heutige moderne Muttertag hat seinen Ursprung Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Amerika. Die Methodistin Anna Marie Jarvis gilt als Begründerin. Auf ihre Initiative hin wurde der zweite Sonntag im Mai offiziell als Muttertag eingeführt.

Von den USA aus fand der Feiertag zunehmend auch international Verbreitung. Viele Länder, zum Beispiel die Schweiz, Norwegen, Deutschland und Österreich, übernahmen den Muttertag. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland wurde die Feier des Muttertags für die Verbreitung ideologischen und rassistischen Gedankenguts missbraucht. So feierte man offiziell kinderreiche, arische Mütter und zeichnete sie bei eigens dazu anberaumten Feierlichkeiten aus. Erstmals wurde beispielsweise das „Mutterkreuz” anlässlich des Muttertages 1939 verliehen.

Nach dem Krieg gewann der Muttertag hierzulande wieder seine ursprünglich Bedeutung, nämlich als öffentlicher Ausdruck für die Liebe und Dankbarkeit, die den Müttern entgegengebracht wird. Wie der Feiertag begangen wird, hängt von den individuellen Vorstellungen und Erwartungen ab. Auf jeden Fall steht die Mutter an diesem Tag im Mittelpunkt. Viele lassen es sich auch nicht nehmen, ihrer Mutter mit einem Muttertagsgeschenk und anderen Aufmerksamkeiten wie Blumen oder Pralinen für ihre Liebe und Fürsorge zu danken.


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