Nabelschnurblut für die Stammzellengewinnung
Nabelschnurblut, das nach der Geburt aus Nabelschnur und Plazenta gewonnen wird, ist besonders reich an Stammzellen. Die Blutzellen werden zu Transplantationszwecken genutzt, um Krankheiten wie Leukämie, genetische Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten sowie Störungen des Blut bildenden Systems zu behandeln.
In öffentlichen Nabelschnurblutbanken werden die Spenden gelagert, die bei Bedarf Patienten weltweit zur Verfügung stehen. Nabelschnurblutzellen weisen im Vergleich zu Knochenmark-Stammzellen einige Vorteile auf: Sie werden völlig schmerzfrei und risikoarm entnommen und sind nur in geringem Ausmaß mit Tumorzellen und Viren durchsetzt. Allerdings sind Gendefekte, die beispielsweise zu Diabetes Typ I und zu Leukämie führen können, auch bereits im Nabelschnurblut vorhanden. Die Verträglichkeit der Spenden ist in der Regel gut und sie sind sofort verfügbar. Nachteilig wirkt sich aus, dass nur geringe Konzentrationen an Blut in der Nabelschnur enthalten sind. Aufgrund der geringen Zellzahl ist es oftmals schwierig, Erwachsene damit zu behandeln.
Nabelschnurblutspenden sind kostenfrei. Eine Besonderheit stellt die so genannte gerichtete Spende dar. Zur späteren Behandlung eines erkrankten Familienmitglieds wird dazu Nabelschnur- bzw. Plazentarestblut entnommen. Auch eine solche Spende ist kostenfrei möglich. Anders verhält es sich mit der Konservierung des Bluts für die eigene Vorsorge, die für Eltern teils mit erheblichen Kosten verbunden ist. In privaten Nabelschnurblutbanken werden die Blutzellen für zwanzig Jahre gelagert. Die Kosten dafür belaufen sich derzeit auf circa 2.000 bis 2.500 Euro. Die Einlagerung von Nabelschnurblut für den Eigenbedarf ist nicht unumstritten. Viele Mediziner zweifeln den Nutzen einer solchen Maßnahme an und empfehlen, das Blut besser an öffentliche Nabelschnurblutbanken zu spenden.