Ökonomie und Ökologie beim Bauen – (k)eine Quadratur des Kreises
Gerade in Zeiten der Energieverknappung, gestiegenem Gesundheitsbewusstsein und sich häufenden Allergien stehen viele Bauherren vor einem Dilemma:
Gerne würde man ja ökologisch bauen, dem stehen aber die vermutlich hohen Kosten einer solchen Bauweise gegenüber.
Doch Ökologie und Ökonomie müssen sich nicht ausschließen. Dazu müssen wir einfach einmal über unseren Tellerrand hinaus schauen: Was machen denn unsere Europäischen Nachbarn? Die Schweden liefern uns Antworten auf viele Fragen. So bieten sie schon seit Jahren die ökologisch sinnvolle Holzhaus-Bauweise an, optimieren die Energiebilanz ihrer Häuser und minimieren das Allergierisiko. Und das wichtigste dabei: Diese Bauweise ist nicht teurer als die in Deutschland üblicherweise praktizierte Massivbauweise.
Worauf sollten Sie als Bauherr achten?
- Hinterfragen Sie kritisch eine eventuell bereits getroffene Entscheidung für den Massivbau. Bei genauerer Betrachtung gibt es eigentlich kein Argument, welches für die klassische Stein-auf-Stein-Bauweise spricht, aber eine Menge, welche für ein Schwedenhaus sprechen: Optimale Wärmedämmung (u-Wert der Außenwand 0,17 W/qmK), 3-Scheiben-Isolierverglasung, Thermofundamentplatte (u-Wert 0,16 W/qmK), Vorfertigung im Werk, dadurch kurze Bauzeit. Auch die Argumente (Flexibilität in der Grundrissaufteilung), die früher für die konventionelle Bauweise sprachen, ziehen nicht mehr. Mittlerweile können Sie mit einem Schwedenhaus (fast) jeden Grundriss verwirklichen.
- Wie wird Ihr Haus beheizt? Häuser, die nach der Energieeinsparverordnung EnEV 2002 errichtet werden, sollten auf jeden Fall über eine kontrollierte Be- und Entlüftung des Hauses verfügen. Dies dient nicht nur der Wohngesundheit, sondern verhindert auch Bauschäden. Da ist der Schritt hin zur aktiven Wärmerückgewinnung mit Luft-Luft-Wärmepumpe nicht mehr weit (und in der Regel nicht teurer als eine konventionelle Gas- oder Öl-Zentralheizung). Wenn ein Anbieter Ihnen heute ein Haus ohne Be- und Entlüftung anbietet, fragen Sie ihn nach der Haftung im Falle von Folgeschäden! Eine Warmwassererwärmung und Heizungsunterstützung durch Solarthermie sorgt für weitere Energieeinsparung.
- Muss es unbedingt eine Klinker- oder Putzfassade sein? Denken Sie einfach mal über eine schöne Holzfassade nach! Auch hier zeigen uns die Schweden: Eine Holzfassade kann "ewig" halten. Und die Aussagen über den angeblichen Pflegeaufwand stimmen auch nicht. Alles hängt von einer optimalen Erstbehandlung ab. Und die erfolgt mit Leinölfarbe, die aus Leinöl in Lebensmittelqualität hergestellt wird. Zwei Anstriche kurz hintereinander sorgen in Verbindung mit dem konstruktiven Holzschutz (große Dachüberstände, feingesägte Deckelschalung) für eine extrem lange Haltbarkeit – von der herrlichen Optik ganz zu schweigen.
- Gibt es in Ihrer Familie Allergiker? Dann machen Sie das Antiallergiehaus perfekt und installieren Sie eine Zentralstaubsaugeranlage – auch Standard in Schweden!
Fazit: Seien Sie einfach mal "verrückt"! Überdenken Sie kritisch Vorurteile und eventuell bereits getroffene Entscheidungen. Richtig angewandt ist eine ökologische Bauweise nicht teurer als eine konventionelle. Der Zuwachs an Wohnqualität jedoch ist unbezahlbar!
Thomas Burmeister
Der Autor ist Geschäftsführer von Villa Scandic, einem Unternehmen der Scandic Financial Services
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