Psychologische Beratung, Coaching und Lebensberatung: Definition und Unterscheidung
Es ist kein einfaches Unterfangen – noch dazu in einem Artikel – klare Begriffsbestimmungen zu liefern, mittels welcher Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Coaching, Lebensberatung und psychologische Beratung zufriedenstellend deutlich werden. Es gibt kaum gesetzliche Quellen oder übereinstimmende Literatur, die hier helfen kann. Zunächst ist mal festzuhalten, dass bei allen dreien keine psychischen Störungen behandelt werden (dürfen), die Krankheitswert besitzen. Dies ist Aufgabe der Psychotherapie und bedarf einer entsprechenden staatlichen medizinischen Zulassung.
Psychologische Beratung und Lebensberatung versuchen beide, dem Klienten bei der Bewältigung von Schwierigkeiten zu helfen, deren Bandbreite nahezu das gesamte Leben einnehmen kann (Partnerschaft, Beruf, Familie usw.). Hierbei benutzt die psychologische Beratung bestimmte psychologische Methoden, die als solche anerkannt sind und z.T. auch in der Gesprächstherapie von Bedeutung sind. Ziel ist, den beeinträchtigten psychischen Zustand des Klienten zu verbessern. Die Lebensberatung muss dieses psychologische Element nicht oder nicht in diesem Maße haben. Ihre Qualifikationsvoraussetzungen sind von allen dreien die geringsten und daher kann eigentlich jeder ohne größeres Risiko über Lebensberatung als “Lebensberater” sein Glück versuchen. Allgemeine Sorgfaltspflichten gelten jedoch hier ebenso wie bei letztlich jeder Berufsausübung.
Anders als psychologische Beratung und Lebensberatung ist Coaching stark ziel- und lösungsorientiert. Es ist von großer Bedeutung, schon anfangs ein definiertes Ziel zu formulieren und den Klienten in die Lage zu versetzen, eigene Lösungsstrategien zu entwickeln, die erfolgreich umgesetzt werden können. Coaching findet auch im Sport und als Berufscoaching zur Unterstützung von Führungspersonen statt, das psychologische Element muss also je nach Einsatzgebiet und Zielsetzung nicht im Zentrum stehen.