Rechtschreibschwäche erfolgreich angehen
Viele Eltern mit Kindern mit Rechtschreibschwächen bzw. Legasthenie suchen nach erfolgversprechenden Hilfen. In den meisten Fällen werden zu Hause erst einmal Diktate geübt, was zum Glück für die meisten Schüler auch sehr sinnvoll ist. Leider helfen Übungsdiktate nicht allen Schülern. Und leider führen schlechte Rechtschreibleistungen oft auch zu Leistungsabfällen in anderen Fächern, sogar in Mathematik. Schlechte Rechtschreibleistungen sind oft mit geringem Leseverständnis verbunden, so dass spätestens bei Text- oder Sachaufgaben der Leistungseinbruch erfolgt.
Was kann helfen?
Neben dem ‘normalen’ Diktieren müssen noch andere Übungsformen gefunden werden, die dem Kind helfen. Vor dem Üben steht dabei das Lesen. Der erste Tipp zur Verbesserung von Rechtschreibung muss also lauten: genügend lesen. Das Lesen ist deshalb auch so wichtig, weil beim Lesen die Schüler und Schülerinnen die richtige Schreibweise immer wieder vor Augen haben. Wer das Wort ‘Cowboy’ noch nie gesehen hat, kann es auch nicht richtig schreiben, da es anders gesprochen als geschrieben wird. Dies gilt auch für viele deutsche Wörter. Die Eselsbrücke: „Wer nämlich mit ‘h’ schreibt, ist dämlich“, weist darauf hin, dass in der deutschen Sprache auch nicht immer die Regel gilt, man soll so schreiben, wie es klingt. Lautgetreu sind nur ca. 50 Prozent der deutschen Wörter.
Recht erfolgreich in der Behandlung der Lese-Rechtschreibschwäche ist für auch das Karteikartensystem. Schwierige Wörter werden in der Lieblingsfarbe des Schülers / der Schülerin in Druckbuchstaben auf eine Karteikarte geschrieben. Der Schüler oder die Schülerin schaut sich das Wort genau an. Die genaue Schreibweise soll verbildlicht werden. Ziel ist es sich das Wortbild, nicht den Wortklang einzuprägen. Die Karteikarte wird beiseite gelegt und der Schüler soll das Wort nun buchstabieren. Dabei ist es sinnvoll dieses Wort rückwärts buchstabieren zu lassen, da sich dadurch das ‘Wortbild’ besser einprägt. Am Ende ist es noch wichtig das Wort auch in Schreibschrift zu schreiben. Abgerundet wird das ganze durch ein gutes Gefühl, wenn das Wort richtig geschrieben wurde.
Unterstützt werden kann diese Methode durch ein Computerprogramm. Mit WinKonz, einem PC-Programm, das sich schon als Konzentrationstraining bewährt hat, ist dies auch für Deutsch und sogar Englisch möglich. Diktatvorlagen sind keine nötig. Bisherige Ergebnisse mit diesem Rechtschreibtraining zeigen, dass sich mit diesem Programm innerhalb von 8 bis 12 Wochen eine Verringerung der Rechtschreibfehler von 20 bis 25 Prozent erzielen lässt.