Umzug nach Dortmund
Noch vor einigen Jahren hätte man jeden, der einen Umzug nach Dortmund plant, bedauert oder bestenfalls belächelt. Dortmund war die Mitte des "Ruhrpotts", Kohle und Stahl wurden dort gefördert und hergestellt. Zechen und Hochöfen bestimmten das Stadtbild und vor allen Dingen auch die Luft; ein weißes Oberhemd war längstens drei bis vier Stunden weiß, denn die Luft war voller Kohlenstaub. Der Lärm der Hochöfen und Stahlwerke war von überall her zu hören.
Dies hat sich gründlich geändert; Kohle und Stahl als Lebensgrundlage gibt es nicht mehr, und auch die bestimmende Rolle der Bierbrauerei ist nicht mehr vorhanden. Andere Städte und Marken haben dem Dortmunder Bier den Rang abgelaufen. Dortmund besinnt sich auf das Dienstleistungsgewerbe, fördert Bildung und Ausbildung, verändert seine Wohnlandschaften aufgrund der veränderten Anforderungen.
So ist heute ein Dortmund-Umzug keine Katastrophe mehr, denn die Stadt hat ihr Gesicht schon sehr geändert. Im Gegenteil hat sie sich zu einem sehr gesunden und freundlichen Wohn- und Lebensraum gemausert. Den Kumpel, der klaglos Tag für Tag mit dem Fahrstuhl in den Schacht einfährt, den gibt es so nicht mehr, ebenso wenig wie den typischen Stahlkocher. Mehr Dienstleistung, mehr Bildung, mehr Kommunikation, mehr Stadtteilpolitik: Dortmund setzt auf den Strukturwandel, und jeder, der nach Dortmund zieht und diesem Wandel auf die Sprünge hilft oder daran beteiligt ist, wird mit offenen Armen aufgenommen.
Natürlich gibt es noch den typischen Ruhrgebietsmenschen, den Jürgen von Manger so herrlich verkörpert hat; ein bisschen einfach, aber mit viel Bauernschläue und Mutterwitz, und es wäre auch traurig, wenn es diese Menschen nicht mehr gäbe. Und wenn Sie bei Ihrem Wohnungswechsel nach Dortmund auf einen von ihnen stoßen, dann reden Sie mit ihm und freuen sich an seinen treffenden Aphorismen.